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HSAinnoS: Hochschule gründet Institut für innovative Sicherheit

 
Ehrengäste und HSAinnoS-Wissenschaftler mit dem Bayersichen Innenminister Joachim Herrmann.
Gründung des Instituts für innovative Sicherheit: Ehrengäste und HSAinnoS-Wissenschaftler mit dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann.
28.08.2017

Kleine und mittelständische Unternehmen fit für die Digitalisierung zu machen, das ist eine der großen Herausforderungen der regionalen Wirtschaft. Ein Bereich, der im Prozess der Umstellung allzu leicht vernachlässigt wird, ist die IT-Sicherheit. Hier hat das Institut für innovative Sicherheit (HSAinnoS), das die Hochschule Augsburg  am Montag, 28. August, mit einem großen Festakt offiziell ins Leben gerufen hat, seinen Schwerpunkt. Die Schirmherrschaft für das neue Institut hat Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr.

 

„Die globale Vernetzung bietet große Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft. Längst haben aber auch Straftäter das Internet als Schauplatz für ihre kriminellen Machenschaften erkannt. Dabei werden die zahlreichen Schwachstellen neuer Technologien oder unzureichend geschützter Systeme skrupellos ausgenutzt. Deshalb ist die Arbeit des neuen Instituts für innovative Sicherheit der Hochschule Augsburg nicht hoch genug zu schätzen“, erklärte der Minister beim Festakt an der Hochschule. Den HSAinnoS-Forschern komme bei der Prävention von Cybercrime eine Schlüsselrolle zu. Schließlich müssten die IT-Sicherheitslösungen von morgen schon heute erforscht werden, so Herrmann weiter.

Den Wissenschaftlern steht ein hochkarätiger Beirat mit umfassender Expertise und Knowhow aus unterschiedlichsten sicherheitsrelevanten Bereichen zur Seite: Hansjörg Durz, Bundestagsabgeordneter und Verantwortlicher der CSU-Landesgruppe im Ausschuss Digitale Agenda, Robert Heimberger, Präsident des Bayerischen Landeskriminalamts, Michael Schwald, Polizeipräsident Schwaben Nord, und Dr. Markus Litpher, Vorstandsmitglied der Lechwerke AG.

Zurzeit sind sechs Professoren, 20 wissenschaftliche Mitarbeiter und über 60 Studierende an der Hochschule Augsburg im Forschungsfeld IT-Sicherheit und Cybersecurity engagiert. Sie decken die Forschungsbereiche Unternehmens- und Informationssicherheit, Sichere Produkte, Embedded Systems Security, Industrie- und Gebäudesicherheit sowie Digitale Forensik ab und bilden so den größten Verbund zur IT-Sicherheit an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften in Bayern.

Unter dem Dach des neuen Instituts sind unterschiedlichste Projekte angesiedelt, in denen Wissenschaftler interdisziplinär Sicherheitsaspekte und Schutzmaßnahmen erforschen. Das umfangreichste ist aktuell das Verbundprojekt RiskViz, bei dem die Hochschule Augsburg Konsortialführer ist. RiskViz steht für „Risikolagebild der industriellen IT-Sicherheit in Deutschland“ und ist im Förderschwerpunkt „IT-Sicherheit für Kritische Infrastrukturen (ITS KRITIS)“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) angesiedelt. In dem Gemeinschaftsprojekt geht es um die Entwicklung von Instrumenten, die auf rechtskonforme Weise die Identifikation industrieller Prozesssteuerungssysteme erlauben, welche unzureichend gegen Cyberattacken geschützt sind.

„Wir werden mit dem Institut für innovative Sicherheit kontinuierlich unsere Forschung mit weiteren Professuren ausbauen und vernetzen“, versichert Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair, IT-Sicherheitsexperte und Präsident der Hochschule Augsburg beim Festakt. Schon im nächsten Jahr werde die Hochschule ihre Aktivitäten zur IT-Sicherheit auf die Forschungsfelder Produktion und Logistik ausweiten und die Bereiche Safety und eingebettete Systeme um drei Professuren erweitern. Auf eine Zielgröße von neun Professoren

Die Forschungsergebnisse des Instituts fließen in die Informatikstudiengänge der Hochschule Augsburg ein, betont Prof. Dr. Dominik Merli, Experte für Embedded Systems und HSAinnoS-Koordinator: „Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Studierenden passgenau für den Arbeitsmarkt ausgebildet werden.“ Und Helia Hollmann, stellvertretende HSAinnoS-Koordinatorin ergänzt: „Experten im IT-Sicherheits- und Safety-Bereich werden momentan händeringend gesucht – deshalb reagieren wir mit unserem Studienangebot und HSAinnoS auf diese Entwicklung“. Hollmann ist auch für den neuen Masterstudiengang Industrielle Sicherheit verantwortlich, in dem die Studierenden lernen, Sicherheitsprobleme bei industriellen Automatisierungs- und Steuerungsanlagen sowie bei kritischer Infrastruktur interdisziplinär zu lösen.

Nicht nur in der Ausbildung, auch in der Weiterbildung ist HSAinnoS aktiv. Auf Nachfrage von Institutionen und Unternehmen bieten die Wissenschaftler passgenaue Weiterbildungen zur IT-Sicherheit und Cybersecurity an und erarbeiten in enger Abstimmung mit den Firmen Vorbeugungsmaßnahmen gegen Cyberkriminalität.

Ein besonderes Interesse von HSAinnoS gilt der Existenzgründung: Vier Professoren unterstützen Wissenschaftler und Studierende bei der Entwicklung zukunftsfähiger Geschäftsideen und Start-ups im Bereich Digitalisierung und IT-Sicherheit. Im Sommer dieses Jahres nahm bereits die HSA_digit die Arbeit auf, um innovative Geschäftsideen im Bereich der Digitalisierung zu fördern und Hilfestellung bei der Firmengründung zu geben. In Kooperation mit dem Digitalen Zentrum Schwaben (DZ.S) können die Studierenden mit Hilfe eines Inkubators eigene Geschäftsideen virtuell umsetzen und erproben. Zugleich können sie im Innovationslabor der Hochschule (HSAinnoLab) gemeinsam mit Unternehmen aus der Region aktuelle Softwareentwicklungen durch agiles Prototyping vorantreiben.

„Die IT-Sicherheit ist ein boomender Sektor. Die Zeit für Unternehmensgründungen in diesem Bereich ist ideal, da viele kleine und mittelständische Unternehmen oftmals mit der Umsetzung überfordert sind und externe Hilfe benötigen. An dieser Stelle setzen wir mit HSAinnoS und unseren Bestrebungen im Bereich der Existenzgründung an. Wir unterstützen unsere Studierenden und Hochschulangehörigen auf dem Weg zur innovativen Geschäftsidee im Bereich IT-Sicherheit“, so Präsident Rohrmair.