Seitenpfad:

Premiere: Studierende und Lehrende werden Senior Trainer Herzensretter

Hochschule Augsburg unterstützt Konzept für mehr Ersthelfer bei Herz-Kreislaufstillstand

 
Studierende der Hochschule Augsburg trainieren im Konzept „Von Herzensrettern und Lebensrettern“ die korrekte Durchführung einer Herzdruckmassage. Foto: Landesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe in Bayern
Studierende der Hochschule Augsburg trainieren im Konzept „Von Herzensrettern und Lebensrettern“ die korrekte Durchführung einer Herzdruckmassage. Foto: Landesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe in Bayern
02.08.2018

An der Hochschule Augsburg fand am 24. Juli die deutschlandweit erste Senior Trainer Ausbildung für das Konzept „Herzensretter“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe statt. Die Arbeitsgemeinschaft Schulsanitätsdient der bayerischen Hilfsorganisationen qualifizierte vierzehn Teilnehmer zum „Senior Trainer Herzensretter“.

 

„Die Hochschule Augsburg ist Partnerhochschule der Feuerwehren und Hilfsorganisationen und verfügt über ein unvergleichliches Potenzial an ehrenamtlich Aktiven in der Notfallvorsorge mit bestem fachlichem Hintergrund. Es war für uns also naheliegend, genau hier unsere Qualifizierungspremiere durchzuführen", so Felix Höpfl, Leiter Ausbildung Bayern und Thüringen im Malteser Hilfsdienst und Lehrgangsleiter der Senior Trainer Ausbildung.

Erste Hilfe braucht Helfer

Elf Studierende und drei Lehrende, darunter auch Prof. Dr. Nik Klever, der Beauftragte der Hochschule Augsburg für das Partnerprogramm mit den Hilfsorganisationen, haben sich an einem Nachmittag einer anstrengenden aber Leben rettenden Qualifizierung unterzogen. Senior Trainer Herzensretter führen künftig mit dem neu erworbenen Wissen selbst aktivierende und niederschwellige Kursangebote zur Reanimation durch. Denn Erste Hilfe braucht Helfer − dieser Tatsache geschuldet hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe der Deutschen Hilfsorganisationen das Konzept „Von Herzensrettern und Lebensrettern“ entwickelt.

Bei einem Herz-Kreislaufstillstand, aber auch bei anderen lebensbedrohlichen Notfällen, zählt jede Sekunde und Minute. Bis der Rettungsdienst eintrifft, hänge das Leben der Betroffenen von spontan und beherzt zupackenden Ersthelfern ab, so Prof Klever. Doch nur in 37 Prozent der Fälle hätten in der jüngeren Vergangenheit Ersthelfer bei einem Herz-Kreislaufstillstand mit der Wiederbelebung begonnen. Das hat eine Erhebung des Reanimationsregisters der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie (DGAI) auf der Basis von 11.800 ausgewerteten Einsätzen ergeben.

Jährlich erleiden mindestens 50.000 Menschen in Deutschland einen Herz-Kreislaufstillstand. Das verdeutlicht, wie wichtig eine schnell beginnende Wiederbelebung ist. Schätzungen zufolge könnten so ca. 10.000 Menschen jährlich gerettet werden. Fatalerweise sei die Hilfsbereitschaft in Deutschland im Vergleich zum Beispiel zu skandinavischen Ländern, wo 70 Prozent der Bevölkerung bei einem Herz-Kreislaufstillstand ganz selbstverständlich mit der Wiederbelebung beginnen, zu gering.

Senior Trainer Herzensretter werden zu Multiplikatoren

„Die Senior Trainer Herzensretter der Hochschule Augsburg werden in den nächsten Monaten Angebote für ihre Mitstudierenden anbieten und somit in Eigenverantwortung die Sicherheit an der Hochschule für Lehrende und Studierende deutlich verbessern“, erklärt Prof. Klever. Interessierte werden Herzensretter Bronze Kurse besuchen. Dort werden in 20 bis 30 Minuten Gruppen qualifiziert, schnell und einfach zu helfen. Die Teilnehmer lernen: Prüfen, Rufen, Drücken − also, Feststellen von Bewusstsein und Atmung, Absetzen eines Notrufs und korrekte Durchführung einer Herzdruckmassage.

Die Herzensretter-Kampagne soll im Herbst deutschlandweit ausgerollt werden und startet mit einem Kick Off am 7. September in Berlin. Ein Roll Out könne aber nur gelingen, wenn eine ausreichende Zahl an qualifizierten Trainern zur Verfügung stehe, so Felix Höpfl. In Augsburg sei hierzu ein guter erster Schritt getan.

 
Gruppendynamische Übung zur Herzdruckmassage. Foto: Landesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe in Bayern
Gruppenarbeit zum Training. Foto: Landesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe in Bayern

Ansprechpartner

 

Felix Höpfl

Leiter Ausbildung Region Bayern/Thüringen

Malteser Hilfsdienst e.V.

Telefon: 

+49 8943608 180

Homepage (extern)

Prof. Dr. Nik Klever

Informatik

Telefon: 

+49 821 5586-3497

Fax:

+49 821 5586-3499