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MINT Symposium

 
11.10.2023

Nach der Corona-Pause konnte dieses Jahr am 21. und 22. September wieder das MINT Symposium stattfinden. Diesmal an der TH Nürnberg Georg Simon Ohm. Organisiert wurde die Konferenz durch das BayZiel und die 170 Teilnehmenden lieferten mehr als 80 Beiträge zum Symposium. Diese reichten von Vorträgen, über Workshops bis hin zu Pech-Kucha Vorträgen und Poster-Präsentationen. Im Mittelpunkt stand die Frage wie gute, wirksame und zeitgemäße Lehre in den MINT-Fächern aussieht.

Beiträge des DMZ

 

Das DMZ war mit fünf Personen (Bianca Fasel, Nicolas Romero, Corinna List, Andreas Geppert und Michael Kipp) beim Symposium vertreten und präsentierte zwei Poster. Die Poster können unter den folgenden Links heruntergeladen werden:

 
Poster App
Poster Moodle
 

Das erste Poster veranschaulicht den aktuellen Stand der Entwicklung der Campus App. Neben einer Funktionsübersicht zeigt das Poster auch das Vorgehen beim Testing sowie allgemeine Infos zu den Zielen und der Förderung. Das zweite Poster stellt einen Überblick über Tipps und Tricks zur Gestaltung von Moodle-Kursen dar. Nachdem durch eine Strichprobe verschiedene Kurse der THA kategorisiert wurden, hat man in einem zweiten Schritt Guidelines für die Kursgestaltung entwickelt, die in Auszügen auf dem Poster abgebildet werden.

Keynote Vorträge

 

Die Frage nach guter, wirksamer und zeitgemäßen Lehre wurde auf dem Symposium heftige diskutiert. Auch die beiden Keynote-Vorträge griffen diese Frage auf und beantworteten sie aus unterschiedlichen Perspektiven. Während in der Keynote von Prof. Dr. David Meltzer von der Arizona State University ("Research-based active learning in physics as a model for progress in STEM education.") eine konkrete Methode vorgestellt wurde, um den Studierenden grundlegendes Fachverständnis zu vermitteln, konzentrierte sich die Keynote von Martina Mörth ("Chancen digitaler Lehre aus Sicht des Lernerfolgs – evidenzbasierte Erkenntnisse aus Psychologie und Lehr-Lernforschung") auf Forschungsergebnisse und leitete daraus Handlungsempfehlungen ab.

Research-based active learning in physics as a model for progress in STEM education.

David Meltzer möchte weg von der klassischen Vorlesung, in der die Studierenden das Wissen frontal vermittelt bekommen und für die Prüfung dann auswendig lernen. Stattdessen möchte er ein grundlegendes Fachverständnis vermitteln und an den konkreten Vorstellungen der Studierenden von physikalischen Sachverhalten arbeiten. Gemeint sind damit zum Beispiel die Dichte von Körpern oder die newton'schen Gesetzen. Hier gibt es bei den Studierenden oft Missverständnisse, die es auszuräumen gilt. Er zeigte, wie man durch systematische Interviews mit Physikstudierenden das Design von Übungen anleiten kann, die explizit die Missverständnisse ausräumen. Die Methodik, die als Ergebnis ein Standardwerk der Physik hervorbrachte ("Tutorials in Introductory Physics" von McDermott/Shaffer) ist sicher eine Inspiration für andere Fächer.

Chancen digitaler Lehre aus Sicht des Lernerfolgs – evidenzbasierte Erkenntnisse aus Psychologie und Lehr-Lernforschung

Wie man bei der Lehre nun auch noch die aktuelle technologische Entwicklung berücksichtigt zeigte Martina Mörth, Leiterin und Geschäftsführerin des Berliner Zentrums für Hochschullehre. Mörth führte eindrücklich vor Augen wie Lernen gefördert werden kann und was gute Bedingungen für erfolgreiches Lernen sind. Beispielsweise zeigte sie, wie unser Vorwissen einen erheblichen Einfluss auf das Abspeichern von Informationen hat. Zentral war hierbei ein Gedächtnismodell, welches den Zusammenhang zwischen Arbeitsgedächtnis und Langzeitgedächtnis visualisierte. Die technologische Entwicklung wurde dann durch einen Entscheidungsbaum veranschaulicht, der die Entscheidungen bezüglich der Verwendung von ChatGPT beleuchtete. Wann ist es sinnvoll ChatGPT zu verwenden? Es ist dann sicher ChatGPT zu verwenden, wenn der Output nicht zwingend wahr sein muss, oder wenn man selbst beurteilen kann, wie akkurat der Output ist, so Mörth.

Freie Beiträge

 
Hardware-Tool für die Elektrotechnik
Analog Discovery: Das Elektrotechnik-Labor im Hörsaal. Zwei Experimente für die Grundlagen der Elektrotechnik

Prof. Dr.-Ing. Heiko Unold hat in einem Pecha-Kucha Vortag eine eindrucksvolle Präsentation zu einem wirklich spannenden Hardware-Tool für die Elektrotechnik gehalten. Mit einer Kombination aus dem Analog Discovery (USB Oscilloskop, Funktionsgenerator) mit einer Adapterplatine mit Steckbrett und einer Webcam können Studierende während des gesamten Studiums in der Elektrotechnik mit Digitalmultimeter über Kennlinienschreiber bis hin zu Impedanzanalysen experimentieren. Es lassen sich eine vielzahl von Experimente ohne große Anlagen oder Installationen durchführen.

Prof. Kellner
Effiziente und Effektive Erklärvideos und Live Online-Lehre

Prof. Robert Kellner (TH Rosenheim) hat in seinem Beitrag "Effiziente und effektive Erklärvideos" sehr schön gezeigt, wie man mit der kostenlosen Software OBS für seine Live-Online-Vorlesung die Darstellung gestalten kann. OBS erlaubt das Positionieren von Fenster, Sprecher und Einblendungen und lässt einen mit professionellen Übergängen arbeiten, fast wie im TV-Studio. OBS kann auch das Gezeigte aufnehmen, nur den nachträglichen Videoschnitt leistet OBS nicht, da muss man auf Tools wie DaVinci oder Camtasia zurückgreifen.

Digital kompetenzorientiert prüfen mit Moodle Test und Coderunner

Prof. Volkhard Pfeiffer (HS Coburg) zeigte im Workshop "Digital kompetenzorientiert prüfen mit Moodle Test und Coderunner", wie er Programmierprüfungen gestaltet, indem er Studierende in Moodle Code eingeben lässt (Plugin Coderunner). Der Code wird auf Knopfdruck ausgeführt und mit Hilfe von Unit-Tests "bewertet". Im Workshop gab es viel Diskussion, ob diese Methode hinreichend die Praxis wiederspiegelt (wo vollwertige Entwicklungsumgebungen zum Einsatz kommen) und ob das Tool wirklich für Prüfungen oder eher zum Self-Assessment genutzt werden sollte.

Informatik-Grundlagenmodul per Inverted Classroom und Scrum
Prof. Dr. Karsten Morisse (HS Osnabrück) zeigte im Workshop „Informatik-Grundlagenmodul per Inverted Classroom und Scrum“ wie er das iterative Vorgehen von Scrum in seine Vorlesung einbaut und die Studierenden dabei zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Vorlesungsstoff motiviert. Der Vorlesungsstoff wird dabei in einzelne Meilensteine (Sprints) aufgeteilt. In jedem Sprint werden zwei Endprodukte erstellt: eine eigene Zusammenfassung des Vorlesungsstoffs für die Klausur sowie ein Team-Programmierprojekt. In jeder Vorlesung findet in den Kleingruppen ein kurzes Daily statt, Retrospektiven und Reviews werden nach jedem Sprint durchgeführt, der Dozierende fungiert dabei als Moderator. Durch die einzelnen Etappen und die Möglichkeit eine Zusammenfassung für die Klausur zu erstellen, werden die Studierenden nicht nur dazu motiviert sich vor jeder Vorlesungseinheit mit den Inhalten auseinanderzusetzen, sie lernen dabei bereits den Einsatz und Ablauf von Scrum, einem Vorgehensmodell, das in vielen Unternehmen verwendet wird.

Best Paper Awards

 

Den best Paper Award erhielten Gabriela Bender und Kathrin Thiele mit ihrem Beitrag „Mathematik prüfen – Lernzielebenen differenzieren“. Ähnlich wie in der Keynote von Metzler steht auch hier ein Fokus auf Grundlagekompetenzen im Mittelpunkt und vor allem eine Prüfungsform, die dem Rechnung trägt.

Tagungsband

 
Deckblatt Tagungsband