HSA_transfer Interaktive Medien Nachhaltigkeit
Die Protagonistinnen im Film: Menstruationstassen - noch weitgehend unbekannt, jedoch sehr nachhaltig. Eine junge Filmemacherin der Hochschule Augsburg hat in Kooperation mit dem Forum Plastikfreies Augsburg einen Hochformatfilm gedreht.  © Colourbox
Die Protagonistinnen im Film: Menstruationstassen - noch weitgehend unbekannt, jedoch sehr nachhaltig. Eine junge Filmemacherin der Hochschule Augsburg hat in Kooperation mit dem Forum Plastikfreies Augsburg einen Hochformatfilm gedreht. © Colourbox
15.03.2020 - 30.07.2020

Studiengang

Interaktive Medien (B.A./B.Sc.)

Projektbeschreibung

Nachhaltig Wissen zu vermitteln, das hatten sich die Transferpartner der Hochschule Augsburg und des Agenda-Forums Plastikfreies Augsburg in doppelter Hinsicht vorgenommen, nämlich ein Thema aus dem Bereich Nachhaltigkeit und ein Filmformat, das aufgrund seines Neuigkeitswertes nachhaltig wirkt. In den Mittelpunkt rückten sie dazu ein noch unbekanntes Thema: die Menstruationstasse. Sie entschieden sich, einen Film zu drehen, um Möglichkeiten zur Müllvermeidung und zum Plastikfreien Leben aufzuzeigen. Von Anfang an stand fest: es sollte ein neues Filmformat sein, das für die hochformatigen Layouts der Social-Media-Kanäle zu entwickeln wäre.

Die Expertin der Hochschule Augsburg war Miriam Artmann, die Interaktive Medien studiert. Sie erhielt im Rahmen des Kurses „Motion Design 2” unter Leitung der Diplom Designerin Rosa Rohm im Sommersemester 2020 die Aufgabe, einen Film mit nur acht Sekunden Länge zu erstellen. Sie entschied sich, in sehr engem Austausch mit den Expert:innen für eine nachhaltige Entwicklung Augsburgs, Sarah Schützenberger und Felix Glindemann vom Forum Plastikfreies Augsburg, einen Film im Hochformat zu drehen. Unterstützt wurde der Film von HSA_transfer – einem Projekt der Hochschule Augsburg im Rahmen der Bund-Länderinitiative Innovative Hochschule.

8 Sekunden im Hochformat

 
20200810_Screenshot_Instagram_Forum Plastikfreies Augsburg_Wer von Euch kennt schon die Menstruationstasse?

Zu sehen auf Instagram seit Sonntag, 09.08.2020: 
https://www.instagram.com/p/CDq8Z8rqzRL/

HSA-Instagram-Story

Im Gespräch:

 

Transfer an der Hochschule Augsburg:
Mit Expertisen aus Hochschule und Gesellschaft gemeinsam die Zukunft gestalten.

Miriam Artmann, Studentin im 4. Semester Interaktive Medien, Sarah Schützenberger, Agenda-Forum „Plastikfreies Augsburg” im Gespräch mit Jessica Hövelborn, HSA_transfer.

Die Idee

 

HSA_transfer: Wie kamen Sie auf das Thema?

Miriam Artmann: Eine Vertreterin des Forums Plastikfreies Augsburg bat mich, einen kurzen Film über Menstruationstassen zu produzieren. Sie wollte, dass ich ihren Infostand auf dem Modular-Festival 2020 in Augsburg filmisch begleite. Aufgabenstellung war, die Menstruationstasse bekannter zu machen.

Das Thema ist noch nicht so bekannt, auch unbequem und: es macht neugierig. Das begeistert mich. Ich sagte zu und entschied mich, einen Film im Hoch-Format zu drehen. Somit war meine Aufgabe formuliert: ein unbequemes Thema in einem ungewohnten Format bekannter zu machen.

 
Menstruationstasse © Forum Plastikfreies Augsburg
Menstruationstasse © Forum Plastikfreies Augsburg

HSA_transfer: Warum wählten Sie ein etwas ungewöhnliches Thema, die Menstruationstasse, um auf Ihr Anliegen „Plastikfrei leben” aufmerksam zu machen?

Sarah Schützenberger: Wir vom Forum Plastikfreies Augsburg hatten die Idee, die Menstruationstasse bekannter zu machen. Das Thema gilt für uns nicht als unbequem, sondern vielmehr als ein ganz natürliches Thema, über das auch  geredet werden soll. In Bezug auf den Faktor Müll lassen sich durch den Gebrauch einer Menstruationstasse Unmengen an Müll einsparen und Ressourcen schonen. Darauf wollen wir hinweisen.

 

HSA_transfer: Wie viel Plastik lässt sich denn vermeiden beim Gebrauch einer Menstruationstasse?

Sarah Schützenberger: Nicht nur die Verpackung von Hygieneprodukten für die Menstruation verursachen Müll, sondern auch die unterschiedlichen Artikel, insbesondere Binden und Tampons. Der hieraus entstehende Restmüll wird zur Wärmegewinnung verbrannt. Dadurch, dass es sich dabei allerdings um sogenannte feuchte Reststoffe handelt, ist die Verbrennung von diesen nicht unbedingt positiv zu bewerten. Außerdem werden Ressourcen durch den Verbrennungsprozess dem Ressourcenkreislauf entzogen, weshalb Lösungen ohne oder mit möglichst wenig Müllaufkommen meistens zu bevorzugen sind.

Zudem ist auch der Energieeinsatz in der gesamten Produktionskette nicht zu unterschätzen, vom Anbau der Rohstoffe, ihrer Verarbeitung, bis hin zum Transport. Dieser Verbrauch reduziert sich beim Nutzen der Menstruationstasse. Sie wird einmalig angeschafft, somit auch nur einmal produziert, verpackt und transportiert. Und sie wird tausende Male wiederverwendet.

HSA_transfer: Gibt es die Tasse schon zu kaufen?

Sarah Schützenberger: Auf dem Markt gibt es inzwischen eine Vielzahl an Unternehmen, die die Menstruationstasse in unterschiedlichen Größen, Formen und Materialien herstellen. Sie ist für 15 bis 30 Euro erhältlich, meist in Drogeriemärkten.

Die Umsetzung

 

HSA_transfer: Warum haben Sie sich für einen Film entschieden?

Sarah Schützenberger: Wir wollten neutral auf die Nachhaltigkeitsaspekte von Menstruationstassen hinweisen, also mit keinem Hersteller zusammenarbeiten. Die Idee ist dann entstanden, einen Film auf dem Modular Festival 2020 in Augsburg zu drehen. Mit doppeltem Effekt: zum einen die Besucher:innen zu informieren und unseren Infostand auf dem Modular Festival filmisch zu begleiten. Zum anderen erzielt ein Film öffentlichwirksame Breitenwirkung. Über Social-Media-Kanäle lässt er sich leicht verbreiten.

Dafür haben wir uns auf die Suche gemacht nach einem bzw. einer geeigneten Filmer:in. Wir wollten auch jemanden mit Expertise in Neuen Medien. So sind wir glücklicherweise auf Miriam Artmann gestoßen. Sie war von unserem Film-Projekt sofort überzeugt und super motiviert, es umzusetzen. Leider konnte das Festival aufgrund von Corona nicht stattfinden. Miriam hat aber an der Idee des Menstruationstassen-Films festgehalten.

HSA_transfer: Frau Artmann, Sie studieren Interaktive Medien an der Hochschule Augsburg. Zählen Filme dazu?

Miriam Artmann: Ja, im Sommersemester 2020 habe ich an dem Kurs „Motion Design 2” bei der Diplom Designerin Rosa Rohm teilgenommen. Aufgabe war es, einen Film mit nur acht Sekunden Länge zu erstellen.

HSA_transfer: Was war dabei die Herausforderung?

Miriam Artmann: Filme, also Kino- und Fernsehfilme, werden gewöhnlich im Querformat gedreht. Filme im Hochformat sind sehr selten. Für Instagram ist das Hochformat aber sehr geeignet.

Filmen mit der Kamera, also nicht mit dem Handy, verlangt im Hochformat zur Bildstabilisierung spezielles Equipment. Das steht weder in der Hochschule, noch auf dem freien Markt zur Verfügung und muss teilweise erst entwickelt werden. Ich fand eine Lösung, die keine spezielle Stabilisierung braucht, denn sonst wäre nur Filmen mit dem Handy möglich gewesen und das wollte ich nicht.

Der Film

 

HSA_transfer: Mit dem Hochformat-Film haben Sie Neuland beschritten.

Miriam Artmann: Filmen im Hochformat wird noch wichtig werden. Medien werden zunehmend über das Mobiltelefon konsumiert und Plattformen wie Instagram oder TikTok sind für das Hochformat ausgelegt. Videos im Hochformat können auf den Social-Media-Kanälen alle Vorteile ausnutzen, während das mit den Querformat-Filmen nicht funktioniert. Hier ist immer oben und unten ein schwarzer, ungenutzter Balken.

HSA_transfer: Wie gefällt Ihnen der Film?

Sarah Schützenberger: Es ist ein super fetziger kurzer Filmclip zur Menstruationstasse entstanden, den wir nun auf unserer Homepage www.forum-plastikfrei.de, auf Instagram und Facebook zeigen.

HSA_transfer: Was ist das Besondere an dem Film?

Miriam Artmann: Mit schnellen Schnitten, fröhlich-übertriebener Sprache und absurden Bildern ist das Video unterhaltsam. Der Betrachter verlangt eine Wiederholung. Das 8-Sekunden-Konzept geht hier voll auf.

 

HSA_transfer: Wie waren die Dreharbeiten?

Miriam Artmann: Durch die Corona-Maßnahmen mussten wir einiges beachten.

Sarah Schützenberger: Wir vom Forum haben versucht, zu unterstützen und waren selbst auch bei zwei Drehtagen dabei.

Während der Dreharbeiten © Miriam Artmann
Während der Dreharbeiten © Miriam Artmann

Die Zusammenarbeit

 

HSA_transfer: Im Rückblick betrachtet, wie war die Zusammenarbeit?

Miriam Artmann: Es ist schön zu sehen, dass mein Film-Know-how in der Praxis gefragt ist. Und dass ich mich engagieren konnte, für ein noch recht unbekanntes und unbequemes Thema nachhaltig das Bewusstsein in der Gesellschaft zu schärfen.

Sarah Schützenberger: Wir vom Forum Plastikfreies Augsburg sind sehr froh über die Zusammenarbeit mit Miriam Artmann und auch mit HSA_transfer, um solche Projekte zu realisieren.

Als bürgerschaftlich organisiertes Forum sind wir bei so spezialisierten Dingen, die außerhalb unserer Expertise liegen, auf externe professionelle Unterstützung angewiesen. Wir danken Euch sehr für die Zusammenarbeit und freuen uns auf weitere Projekte.

Miriam Artman: Die Hochschule fördert ja im Rahmen von HSA_transfer die Zusammenarbeit mit der Gesellschaft. So bin ich auch ein bisschen stolz, dass ich ein Teil dieser Zusammenarbeit war. Das Film-Projekt war gelebter Transfer!

HSA_transfer: Vielen Dank für das Gespräch.

Die Menstruationstasse

 

Die Menstruationstasse ist eine nachhaltige Alternative zu Tampons und Binden. Im Lifeguide vertieft Vanessa Polednia in ihrem Artikel „Tasse statt Masse” den Aspekt Nachhaltigkeit dieses Produkts.

Transfer wirkt

 

„Gemeinsam Zukunft gestalten” – dies ist ganz im Sinne des Transferverständnisses der Hochschule Augsburg. Im Themenfeld Nachhaltigkeit sind Expertisen aller Fachrichtungen gefragt, damit die zentralen Transformationsprozesse hin zu einer nachhaltigen Entwicklung gelingen.

Kommunikation und Bewusstseinsbildung spielen im Themenfeld Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Im Transferprojekt „Nachhaltige Wissensvermittlung” ist ein Kurzfilm entstanden, der dazu beiträgt, ein nachhaltiges Hygieneprodukt für Damen – die Menstruationstasse – bekannter zu machen. Das Innovative an diesem Projekt war nicht nur das Thema des Films, sondern auch das Film-Format. Die junge Filmemacherin Miriam Artmann hat im Rahmen ihres Studiums der Interaktiven Medien an der Hochschule Augsburg für die Social-Media-Kanäle ein neues Filmformat entwickelt. Thematischer Input kam von Sarah Schützenberger und Felix Glindemann vom Agenda-Forum Plastikfreies Augsburg. Somit wurden in diesem Transferprojekt digitale und nachhaltige Innovationen entwickelt.

Das Projekt „Nachhaltige Wissensvermittlung” wurde begleitet von HSA_transfer – der Agentur für kooperative Hochschulprojekte der Hochschule Augsburg im Rahmen der Bund-Länder-Förderinitiative Innovative Hochschule. Dadurch hat die Hochschule Augsburg die Chance erhalten, im gemeinsamen Austausch mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft ihre Transferaktivitäten weiter auszugestalten und ihr Transferprofil zu stärken.

Weitere Informationen:

Partner

 

Interne Partner

Rosa Rohm, Dipl. Designerin (FH)

Gestaltung

Miriam Artmann

Studierende des Studiengangs Interaktive Medien

Homepage (extern)

Externer Partner

Agenda-Forum Plastikfreies Augsburg

Sarah Schützenberger

Homepage (extern)

Agenda-Forum Plastikfreies Augsburg

Felix Glindemann

Social-Media-Referent

Homepage (extern)

Kontakt

 

HSA_transfer

Experten für eine nachhaltige Entwicklung Augsburgs