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Fahrradfreundliche Stadt Friedberg

Studierende der Hochschule Augsburg entwickeln ein Modal-Split-Konzept für die Stadt Friedberg

 
HSA_transfer Nachhaltigkeit Service Learning
Zukunftsrelevante Verkehrsplanung - Fahrradstellplätze sind ein Aspekt von vielen  © Ulrike Tielemann
Zukunftsrelevante Verkehrsplanung - Fahrradstellplätze sind ein Aspekt von vielen © Ulrike Tielemann
01.02.2020 - 01.07.2020

Studiengang

Betriebswirtschaft (B.A.)
International Management (B.A.)

Projektbeschreibung

Das Fahrrad zählt zu den umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln. Doch in puncto Fahrradfreundlichkeit ist noch einiges zu tun. Viele Radfahrer:innen, Verkehrsplaner:innen und Kommunen wissen um die Herausforderungen. Sei es im Straßenverkehr, um sicher ans Ziel zu kommen, oder sei es in der Freizeit, um ein gut ausgebautes Radwegenetz nutzen zu können. Der Freistaat Bayern hat im Radverkehrsprogramm Bayern 2025 Potentiale und Schwerpunkte beschrieben und nimmt u.a. auch die bayerischen Kommunen in die Pflicht, Maßnahmen vor Ort zu entwickeln und umzusetzen.

Die Stadt Friedberg hat sich zum Ziel gesetzt, fahrradfreundliche Kommune zu werden. Im Rahmen des Transferprojekts „Fahrradfreundliche Stadt Friedberg” entwickeln Experten der Stadt und der Hochschule Augsburg gemeinsam Lösungen.

Erste Maßnahmen wurden in Friedberg bereits realisiert. Aktuell gilt es zu ermitteln, wie hoch der Anteil am Verkehrsaufkommen der Verkehrsmittel Auto, ÖPNV, Fahrrad sowie Fußverkehr bezogen auf die Zahl der zurückgelegten Wege ist. Hierzu erstellen Studierende der Fakultät für Wirtschaft der Hochschule Augsburg unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Krupp und Marjan Isakovic ein Modal-Split-Konzept für die Stadt Friedberg.

Das Projekt startete im Sommersemester 2020 mit Teil I und wird in einem Teil II fortgesetzt. Begleitet wird das Service-Learning-Projekt von HSA_transfer.

Zukunftsrelevante Verkehrsplanung

 

Konzeptentwicklung auf kommunaler Ebene

Der Freistaat Bayern hat sich Anfang 2017 mit dem Radverkehrsprogramm Bayern 2025 zum Ziel gesetzt, den Radverkehrsanteil in Bayern von derzeit 10,5 Prozent auf 20 Prozent im Jahr 2025 zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen und auch der lokalen Nachfrage nach einer verbesserten Infrastruktur nachzukommen, hat sich der Stadtrat in Friedberg im November 2018 dazu entschlossen, der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen (AGFK) beizutreten.

Die Stadt Friedberg hat nun vier Jahre Zeit, um u.a. einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Radinfrastruktur zu entwickeln, und so den Status einer fahrradfreundlichen Kommune zu erreichen. Erste Maßnahmen hierzu wurden bereits entwickelt und umgesetzt.

Als Grundlage für weitere Verbesserungen dient den Experten aus der Stadtverwaltung Friedberg sowie aus der Fakulät für Wirtschaft der Hochschule Augsburg der sogenannte „Modal Split“. Im Modal Split wird der Frage nachgegangen, wie hoch der Anteil am Verkehrsaufkommen bezogen auf die Zahl der zurückgelegten Wege der Verkehrsmittel Auto, ÖPNV, Fahrrad sowie Fußverkehr ist.

Die Projektphasen

 

Zielsetzung und Vorgehensweise

Ziel in Teil I des Transferprojekts „Fahrradfreundliche Stadt Friedberg“ war die Entwicklung und Durchführung einer Modal-Split-Erhebung im Sommer 2020 im Stadtgebiet Friedberg. Hierfür haben Studierende wirtschaftlicher Studiengänge Ansätze für ein Konzept zur Modal-Split-Erfassung in Kooperation mit der Stadt Friedberg entwickelt. Da die notwendigen Daten zur Aufteilung der Verkehrsnachfrage wahlweise im Rahmen von Zählungen oder Befragungen erhoben werden können, wurden zunächst für beide Alternativen Entscheidungsgrundlagen erarbeitet. Zudem wurden u.a. die vorhandenen geo- und topographischen Besonderheiten analysiert, um eine qualifiziertere Einschätzung bezüglich der Anforderungen an das Modal-Split-Verfahren im gesamten Stadtgebiet Friedberg abgeben zu können.

Erfassungsproblematik durch Covid-19

Die Präventionsmaßnahmen im Kontext der internationalen Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen führten dazu, dass eine Erhebung unter den besonderen Umständen nicht aussagekräftig und belastbar genug zur Ableitung zielgerichteter Maßnahmen gewesen wäre. Daher wurde der Fokus auf die Konzeptionierung der Erhebungsmethodik gelegt und die Erhebung zunächst auf den Sommer 2021 verschoben.

Methodik

Die Grundlage für die Analyse der verkehrsstrukturellen Gegebenheiten vor Ort, der bisherigen städtischen Maßnahmen sowie die Erstellung eines Fragebogens zur Modal-Split-Erfassung bildeten folgende Vorarbeiten:

  • Umfangreiche Recherche zu vorhandenen Studien
  • Fortlaufender Kontakt mit Michaela Fendt von der Stadtplanungs- und Hochbauamtabteilung der Stadt Friedberg
  • Experteninterview sowie Ortsbegehung des Innenstadtkerns Friedbergs mit Prof. Dipl.-Ing. Manfred Schnell, ÖPNV-Beauftragter der Stadt Friedberg
  • Experteninterview mit Prof. Dr. Hariet Köstner, Fakultät für Wirtschaft, bezüglich der strukturellen Zusammensetzung des Fragebogens

Ergebnisse und Ausblick

Um eine belastbare Datengrundlage für eine zielgerichtete Förderung des Radverkehrs und der Nahmobilität zu erhalten, orientiert sich der Fragebogen an den Standards für die Modal-Split-Erhebung in den Mitgliedskommunen der AGFK Bayern.

Der ausgearbeitete Fragebogen ist dreigliedrig aufgebaut:

  • Personenfragebogen: Personen-Eckdaten und Mobilitätsgegebenheiten
  • Wegeprotokoll: konkretes Mobilitätsverhalten im Befragungszeitraum
  • Offene Frage zur Bewertung der aktuellen Infrastruktur: Angabe von Verbesserungsvorschlägen

Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines Abschlussberichts zusammengefasst und vorgestellt. Geplant sind nun zwei weitere Projekte, die sich u.a. mit der Erhebung sowie Auswertung der Modal-Split-Methodik befassen.

 
Fahrradfreundliche Stadt Friedberg - Poster
Zum Vergrößern bitte den PDF-Link anklicken.
 
Titelseite: Friedberger Stadtbote Nr. 436

Freie Fahrt fürs Radl!
Auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt

Die Stadt Friedberg hat sich zum Ziel gesetzt, fahrradfreundliche Kommune zu werden. Im Rahmen des Transferprojekts Fahrradfreundliche Stadt Friedberg entwickeln Experten der Stadt Friedberg und der Hochschule Augsburg gemeinsam Lösungen.

Freie Fahrt fürs Radl, in: Friedberger Stadtboten Nr. 436, 05.08.2020, S. 1 und S. 3.

Impressionen aus der Projektarbeit

 
Ortsbegehung in Friedberg: Studierende der Fakultät für Wirtschaft von der Hochschule Augsburg. Beide Bilder © Ulrike Tielemann
Ortsbegehung in Friedberg: Studierende der Fakultät für Wirtschaft von der Hochschule Augsburg. Beide Bilder © Ulrike Tielemann
Der Mund-Nasen-Schutz gehört aktuell dazu: Prof. Dipl.-Ing. Manfred Schnell, ÖPNV-Beauftragter der Stadt Friedberg
Der Mund-Nasen-Schutz gehört aktuell dazu: Prof. Dipl.-Ing. Manfred Schnell, ÖPNV-Beauftragter der Stadt Friedberg
 

„Das Besondere an den studentischen Praxisprojekten wie der Fahrradfreundlichen Stadt Friedberg ist, dass die Studierenden und die Projektpartner ihre Expertisen einbringen, voneinander lernen können und damit beide Seiten gewinnen“, sagte Prof. Dr. Michael Krupp von der Fakultät für Wirtschaft der Hochschule Augsburg im Friedberger Stadtboten.

„Es geht in diesen Transferprojekten darum, gemeinsam Lösungen für zentrale Zukunftsthemen zu entwickeln und die Expertisen aus Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenzubringen“, sagte Marjan Isakovic, Doktorand an der Wirtschaftsfakultät der Hochschule Augsburg im Friedberger Stadtboten.

Weitere Informationen

 

Transfer wirkt

 

Im Projekt „Fahrradfreundliche Stadt Friedberg” stehen Studierende und Lehrende in engem Austausch mit Experten aus der Praxis und aus der Gesellschaft, um „gemeinsam Zukunft zu gestalten”. Dies ist ganz im Sinne des neuen Transferverständnisses der Hochschule Augsburg.

Unter den Aspekten umweltfreundlich, nachhaltig und gesundheitsfördernd zählt das Fahrrad zu den Verkehrsmitteln der Zukunft. Radverkehrskonzepte gilt es für den Alltags- und Freizeitverkehr zukunftsfest und passgenau vor Ort umzusetzen.

Das Ende Juli 2019 vom Kreistag beschlossene Radverkehrskonzept des Landkreises Aichach-Friedberg dient der systematischen und strategischen Förderung des Radverkehrs im Landkreis. Sofortmaßnahmen bis hin zu langfristigen Planungen werden nun bis zum Jahr 2035 in Zusammenarbeit mit den Kommunen, dem staatlichen Bauamt, den Fachstellen des Landratsamtes und weiteren Akteuren (z.B. Polizei, ADFC) und dem Input aus Bürgerworkshops realisiert. Bei der Durchführung des Modal-Split-Verfahrens für das Stadtgebiet Friedberg ist die Hochschule Augsburg eingebunden.

Das Projekt „Fahrradfreundliche Stadt Friedberg” wird begleitet von HSA_transfer – einem Projekt der Hochschule Augsburg im Rahmen der Bund-Länder-Förderinitiative Innovative Hochschule. Dadurch hat die Hochschule Augsburg die Chance erhalten, im gemeinsamen Austausch mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft ihre Transferaktivitäten weiter auszugestalten und ihr Transferprofil zu stärken.

Weitere Informationen:

Partner

 

Interner Partner

Prof. Dr. Michael Krupp

Wirtschaft

Telefon: 

+49 821 5586-2942

Fax:

+49 821 5586-2902

Marjan Isakovic

Wirtschaft

Telefon: 

+49 821 5586-2938

Fax:

+49 821 5586-2902

Prof. Dr. Hariet Köstner

Wirtschaft

Telefon: 

+49 821 5586-2950

Fax:

+49 821 5586-2902

Externer Partner

Stadt Friedberg

Michaela Fendt

Baureferat: Stadtplanung / Hochbau

Homepage (extern)

Stadt Friedberg

Prof. Dipl.-Ing. Manfred Schnell

ÖPNV-Beauftragter

Homepage (extern)

Kontakt

 

HSA_transfer

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