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Fahrradfreundliche Stadt Friedberg

Studierende der Hochschule Augsburg entwickeln ein Modal-Split-Konzept für die Stadt Friedberg

 
HSA_transfer Nachhaltigkeit Service Learning
Zukunftsrelevante Verkehrsplanung - Fahrradstellplätze sind ein Aspekt von vielen © Ulrike Tielemann
01.02.2020 - 31.07.2021

Studiengang

Betriebswirtschaft (B.A.)
International Management (B.A.)

Projektbeschreibung

Das Fahrrad zählt zu den umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln. Doch in puncto Fahrradfreundlichkeit ist noch einiges zu tun. Viele Radfahrer:innen, Verkehrsplaner:innen und Kommunen wissen um die Herausforderungen. Sei es im Straßenverkehr, um sicher ans Ziel zu kommen, oder sei es in der Freizeit, um ein gut ausgebautes Radwegenetz nutzen zu können. Der Freistaat Bayern hat im Radverkehrsprogramm Bayern 2025 Potentiale und Schwerpunkte beschrieben und nimmt u.a. auch die bayerischen Kommunen in die Pflicht, Maßnahmen vor Ort zu entwickeln und umzusetzen.

Die Stadt Friedberg hat sich zum Ziel gesetzt, fahrradfreundliche Kommune zu werden. Im Rahmen des Transferprojekts „Fahrradfreundliche Stadt Friedberg” entwickeln Experten der Stadt und der Hochschule Augsburg gemeinsam Lösungen.

Erste Maßnahmen wurden in Friedberg bereits realisiert. Aktuell gilt es zu ermitteln, wie hoch der Anteil am Verkehrsaufkommen der Verkehrsmittel Auto, ÖPNV, Fahrrad sowie Fußverkehr bezogen auf die Zahl der zurückgelegten Wege ist. Hierzu erstellen Studierende der Fakultät für Wirtschaft der Hochschule Augsburg unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Krupp und Marjan Isakovic ein Modal-Split-Konzept für die Stadt Friedberg.

Das Projekt startete im Sommersemester 2020 mit Teil I und wird in einem Teil II fortgesetzt. Begleitet wird das Service-Learning-Projekt von HSA_transfer – der Agentur für kooperative Hochschulprojekte der Hochschule Augsburg im Rahmen der Bund-Länder-Initiative Innovative Hochschule.

Zukunftsrelevante Verkehrsplanung

 

Konzeptentwicklung auf kommunaler Ebene

Der Freistaat Bayern hat sich Anfang 2017 mit dem Radverkehrsprogramm Bayern 2025 zum Ziel gesetzt, den Radverkehrsanteil in Bayern von derzeit 10,5 Prozent auf 20 Prozent im Jahr 2025 zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen und auch der lokalen Nachfrage nach einer verbesserten Infrastruktur nachzukommen, hat sich der Stadtrat in Friedberg im November 2018 dazu entschlossen, der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen (AGFK) beizutreten. Seit Juni 2019 ist die Stadt Friedberg vorläufiges Mitglied dieser Arbeitsgemeinschaft und hat damit den Grundstein für nachhaltige Mobilität in Friedberg gesetzt.

Die Stadt Friedberg hat nun vier Jahre Zeit, um u.a. einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Radinfrastruktur zu entwickeln, und so den Status einer fahrradfreundlichen Kommune zu erreichen. Erste Maßnahmen hierzu wurden bereits entwickelt und umgesetzt.

Als Grundlage für weitere Verbesserungen dient den Expert:innen aus der Stadtverwaltung Friedberg sowie aus der Fakultät für Wirtschaft der Hochschule Augsburg der sogenannte „Modal Split“. Im Modal Split wird der Frage nachgegangen, wie hoch der Anteil am Verkehrsaufkommen bezogen auf die Zahl der zurückgelegten Wege der Verkehrsmittel Auto, ÖPNV, Fahrrad sowie Fußverkehr ist.

Aktuelles aus der Projektarbeit

 

„Mit der großartigen Kooperation zwischen der Hochschule Augsburg und der Stadt Friedberg bietet sich für uns als Kommune die Chance, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse in die Praxis einfließen zu lassen. Gleichzeitig können wir den Studierenden einen Einblick in den Arbeitsalltag einer Stadtverwaltung und in die Herausforderungen geben, die uns auf dem Weg zu einer fahrradfreundlichen Stadt Friedberg begleiten,“ sagte Roland Eichmann, Bürgermeister der Stadt Friedberg.

Die Projektphasen

 

Zielsetzung und Vorgehensweise

Ziel in Teil I des Transferprojekts „Fahrradfreundliche Stadt Friedberg“ war die Entwicklung und Durchführung einer Modal-Split-Erhebung im Sommer 2020 im Stadtgebiet Friedberg. Hierfür haben Studierende wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge Ansätze für ein Konzept zur Modal-Split-Erfassung in Kooperation mit der Stadt Friedberg entwickelt. Da die notwendigen Daten zur Aufteilung der Verkehrsnachfrage wahlweise im Rahmen von Zählungen oder Befragungen erhoben werden können, wurden zunächst für beide Alternativen Entscheidungsgrundlagen erarbeitet. Zudem wurden u.a. die vorhandenen geo- und topographischen Besonderheiten analysiert, um eine qualifiziertere Einschätzung bezüglich der Anforderungen an das Modal-Split-Verfahren im gesamten Stadtgebiet Friedberg abgeben zu können.

Erfassungsproblematik durch Covid-19

Die Präventionsmaßnahmen im Kontext der internationalen Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen führten dazu, dass eine Erhebung unter den besonderen Umständen nicht aussagekräftig und belastbar genug zur Ableitung zielgerichteter Maßnahmen gewesen wäre. Daher wurde der Fokus auf die Konzeptionierung der Erhebungsmethodik gelegt und die Erhebung zunächst auf den Sommer 2021 verschoben.

Methodik

Die Grundlage für die Analyse der verkehrsstrukturellen Gegebenheiten vor Ort, der bisherigen städtischen Maßnahmen sowie die Erstellung eines Fragebogens zur Modal-Split-Erfassung bildeten folgende Vorarbeiten:

  • Umfangreiche Recherche zu vorhandenen Studien
  • Fortlaufender Kontakt mit Michaela Fendt von der Stadtplanungs- und Hochbauamtabteilung der Stadt Friedberg
  • Experteninterview sowie Ortsbegehung des Innenstadtkerns Friedbergs mit Prof. Dipl.-Ing. Manfred Schnell, ÖPNV-Beauftragter der Stadt Friedberg
  • Experteninterview mit Prof. Dr. Hariet Köstner, Fakultät für Wirtschaft, bezüglich der strukturellen Zusammensetzung des Fragebogens

Ergebnisse und Ausblick

Um eine belastbare Datengrundlage für eine zielgerichtete Förderung des Radverkehrs und der Nahmobilität zu erhalten, orientiert sich der Fragebogen an den Standards für die Modal-Split-Erhebung in den Mitgliedskommunen der AGFK Bayern.

Der ausgearbeitete Fragebogen ist dreigliedrig aufgebaut:

  • Personenfragebogen: Personen-Eckdaten und Mobilitätsgegebenheiten
  • Wegeprotokoll: konkretes Mobilitätsverhalten im Befragungszeitraum
  • Offene Frage zur Bewertung der aktuellen Infrastruktur: Angabe von Verbesserungsvorschlägen

Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines Abschlussberichts zusammengefasst und vorgestellt. Geplant sind nun zwei weitere Projekte, die sich u.a. mit der Erhebung sowie Auswertung der Modal-Split-Methodik befassen.

 
Fahrradfreundliche Stadt Friedberg - Poster
Zum Vergrößern bitte den PDF-Link anklicken.

HSA_transfer | Film: Fahrradfreundliche Stadt Friedberg

 

HSA_transfer | Film: Fahrradfreundliche Stadt Friedberg

Studierende der Wirtschaftswissenschaften untersuchen das Mobilitätsverhalten der Friedberger Bevölkerung.

Ein Film der Studiengänge Betriebswirtschaft (B.A.) und International Management (B.A.) der Fakultät für Wirtschaft, Hochschule Augsburg

Projektteam: Jonas Baumann, Wolfgang Ehinger, Patricia Frey, Tim Ganzinger, Christian Gärner, Michael Remiger, Marcel Schaffer, Marian Scheible, Christian Surauer, Lukas Vtelensky, Andreas Winkler

Leitung: Marjan Isakovic, M. Sc. und Prof. Dr. Michael Krupp, Fakultät für Wirtschaft

Kooperationspartner: Stadt Friedberg

HSA_transfer-Schwerpunkt Regionales Service Learning

Projektwebsite

 
Titelseite: gP Business. Newsletter der Fakultät für Wirtschaft - WS 2020/2021

Transferprojekt Fahrradfreundliche Stadt Friedberg

Das Fahrrad zählt zu den umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln. Doch in puncto Fahrradfreundlichkeit ist noch einiges zu tun. Die Stadt Friedberg hat sich zum Ziel gesetzt, fahrradfreundliche Kommune zu werden. Im Rahmen des Transferprojekts „Fahrradfreundliche Stadt Friedberg” erstellen Studierende der Fakultät für Wirtschaft der Hochschule Augsburg unter der Leitung von Marjan Isakovic M. Sc. und Prof. Dr. Michael Krupp hierfür ein Konzept zur Messung des sogenannten Modal-Split, also der Nutzung unterschiedlicher Verkehrsträger.

Fahrradfreundliche Stadt Friedberg” wird begleitet von HSA_transfer – einem Projekt der Hochschule Augsburg im Rahmen der Bund-Länder-Förderinitiative Innovative Hochschule.

Im Wintersemester 2020/2021 berichteten Prof. Dr. Michael Krupp und Marjan Isakovic M. Sc. von der Fakultät für Wirtschaft über den aktuellen Stand des Projekts in einem Beitrag in gP Business.

Beitrag von Prof. Dr. Michael Krupp/Marjan Isakovic, in: gP Business. Newsletter der Fakultät für Wirtschaft, WS 2020/2021, S. 12

 
Titelseite: Friedberger Stadtbote Nr. 436

Freie Fahrt fürs Radl!
Auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt

Die Stadt Friedberg hat sich zum Ziel gesetzt, fahrradfreundliche Kommune zu werden. Im Rahmen des Transferprojekts Fahrradfreundliche Stadt Friedberg entwickeln Experten der Stadt Friedberg und der Hochschule Augsburg gemeinsam Lösungen.

Freie Fahrt fürs Radl, in: Friedberger Stadtboten Nr. 436, 05.08.2020, S. 1 und S. 3.

Impressionen aus der Projektarbeit

 
Ortsbegehung in Friedberg: Studierende der Fakultät für Wirtschaft von der Hochschule Augsburg. Beide Bilder © Ulrike Tielemann
Ortsbegehung in Friedberg: Studierende der Fakultät für Wirtschaft von der Hochschule Augsburg. Beide Bilder © Ulrike Tielemann
Der Mund-Nasen-Schutz gehört aktuell dazu: Prof. Dipl.-Ing. Manfred Schnell, ÖPNV-Beauftragter der Stadt Friedberg
Der Mund-Nasen-Schutz gehört aktuell dazu: Prof. Dipl.-Ing. Manfred Schnell, ÖPNV-Beauftragter der Stadt Friedberg
 

„Mit der Kooperation zwischen der Hochschule Augsburg und der Stadt Friedberg im Rahmen des Projekts HSA_transfer bot sich für uns als Kommune die Chance, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse aus erster Quelle in die Praxis zu integrieren. Gleichzeitig konnten wir den Studierenden einen Einblick in den Arbeitsalltag einer Stadtverwaltung und in die Herausforderungen der praktischen Umsetzung des Projektes geben. So erreichten wir gemeinsam ein Ergebnis, in dem beide Komponenten aufeinander abgestimmt und vereint werden konnten. Wir freuen uns auf eine weiterhin tolle und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Transferprojekt-Team der Hochschule Augsburg“, sagte Michaela Fendt von der Stadtplanungsabteilung der Stadt Friedberg.

„Das Besondere an den studentischen Praxisprojekten wie der Fahrradfreundlichen Stadt Friedberg ist, dass die Studierenden und die Projektpartner ihre Expertisen einbringen, voneinander lernen können und damit beide Seiten gewinnen“, sagte Prof. Dr. Michael Krupp von der Fakultät für Wirtschaft der Hochschule Augsburg im Friedberger Stadtboten.

 „Es geht in diesen Transferprojekten darum, gemeinsam Lösungen für zentrale Zukunftsthemen zu entwickeln und die Expertisen aus Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenzubringen“, sagte Marjan Isakovic, Doktorand an der Wirtschaftsfakultät der Hochschule Augsburg im Friedberger Stadtboten.

Weitere Informationen

 

Transfer wirkt

 

Im Projekt „Fahrradfreundliche Stadt Friedberg” stehen Studierende und Lehrende in engem Austausch mit Experten aus der Praxis und aus der Gesellschaft, um „gemeinsam Zukunft zu gestalten”. Dies ist ganz im Sinne des Transferverständnisses der Hochschule Augsburg.

Unter den Aspekten umweltfreundlich, nachhaltig und gesundheitsfördernd zählt das Fahrrad zu den Verkehrsmitteln der Zukunft. Radverkehrskonzepte gilt es für den Alltags- und Freizeitverkehr zukunftsfest und passgenau vor Ort umzusetzen.

Das Ende Juli 2019 vom Kreistag beschlossene Radverkehrskonzept des Landkreises Aichach-Friedberg dient der systematischen und strategischen Förderung des Radverkehrs im Landkreis. Sofortmaßnahmen bis hin zu langfristigen Planungen werden nun bis zum Jahr 2035 in Zusammenarbeit mit den Kommunen, dem staatlichen Bauamt, den Fachstellen des Landratsamtes und weiteren Akteuren (z.B. Polizei, ADFC) und dem Input aus Bürgerworkshops realisiert. Bei der Durchführung des Modal-Split-Verfahrens für das Stadtgebiet Friedberg ist die Hochschule Augsburg eingebunden.

Das Projekt „Fahrradfreundliche Stadt Friedberg” wird begleitet von HSA_transfer – der Agentur für kooperative Hochschulprojekte der Hochschule Augsburg im Rahmen der Bund-Länder-Förderinitiative Innovative Hochschule. Dadurch hat die Hochschule Augsburg die Chance erhalten, im gemeinsamen Austausch mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft ihre Transferaktivitäten weiter auszugestalten und ihr Transferprofil zu stärken.

Weitere Informationen:

Partner

 

Externer Partner

Stadt Friedberg

Michaela Fendt

Stadtplanungsabteilung

Homepage (extern)

Stadt Friedberg

Prof. Dipl.-Ing. Manfred Schnell

ÖPNV-Beauftragter

Homepage (extern)

Kontakt

 

HSA_transfer

Regionales Service Learning

 

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Mobilitätserhebung für die Stadt Friedberg

31.07.2021 - 31.12.2022

Kaum ein Thema wird im Hinblick auf den Umweltschutz und Klimawandel aktuell so häufig diskutiert wie die nachhaltige Transformation unserer Mobilität. Dabei rücken auch Aspekte wie unser täglicher Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen immer mehr in den Fokus. Städteplaner:innen und Kommunen stehen vor der Herausforderung, Mobilitätskonzepte zu entwickeln, die den Bedürfnissen der Bürger:innen entsprechen und gleichzeitig die klimaneutrale Mobilität vorantreiben.